„Man hat Arbeitskräfte gerufen, und es kamen Menschen“, schrieb Max Frisch 1965.

Das türkische Wort „Gurbet“- „die Fremde“ wurde für eine ganze Generation zum Synonym für Deutschland, einer Generation, ohne die ein Deutschland nicht mehr vorstellbar ist. Diese Menschen, ihre Kinder und Enkelkinder haben dieses Land mit ihren Händen aufgebaut und die deutsche Gesellschaft im Innersten verändert. Es ist nie zu spät und nie genug, Danke zu sagen. Wir danken Ihnen!

Leider unterscheiden sich noch immer die Chancen auf Bildung und auf sozialen Aufstieg. Es ist unsere Aufgabe als Gesellschaft hierfür verschlossene Türen aufzustoßen und sie darin zu ermuntern ihren Platz in der Mitte der Gesellschaft einzunehmen.

Denn wie auch Bundespräsident Steinmeier in seiner Rede zum Festakt des 60. Jahrestages sagte: „Heimat gibt es im Plural.“

Hintergrund:

Das Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei wurde am 30. Oktober 1961 in Bad Godesberg unterzeichnet und führte trotz zunächst anderslautender vertraglicher Ausgestaltung zu einer verstärkten Einwanderung aus der Türkei in die Bundesrepublik Deutschland. Die angeworbenen Arbeiter wurden in Deutschland als „Gastarbeiter“ bezeichnet. Bis zum Anwerbestopp 1973 reisten insgesamt 867.000 türkische Gastarbeiter in die Bundesrepublik Deutschland, rund 500.000 kehrten wieder zurück in die Türkei.

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