Vor 71 Jahren wurde mit der Verkündung des Grundgesetzes am 23. Mai der Grundstein für die freiheitlich-demokratische Gesellschaft gelegt, in der wir heute leben. 

Vier Jahre nach der dunkelsten Zeit der Geschichte, versammelten sich in einem schmucklosen Bonner Turnsaal 61 Männer und vier Frauen. Seit Herbst 1948 lautete ihre Aufgabe für dieses am Boden liegende Land ein Regelwerk aufzusetzen, das nie wieder Ausgrenzungen, Rassismus, Volksverhetzung und Ungleichheiten zulässt. Die Mütter und Väter der Verfassung ließen einen historischen Text entstehen, dessen Anfang unmissverständlich klar macht: „Die Würde des Menschen ist unantastbar.“ Dieser Grundstein sollte nach dem menschenverachtenden Naziregime die Grundpfeiler der Demokratie und ein harter aber dennoch langersehnter und revolutionärer Weg für eine friedlichere Zukunft sein. 

71 Jahren später leben wir nun in einem wiedervereinten Land mit einer starken freiheitlichen Demokratie, aber auch in einer Zeit, in der politische und gesellschaftliche Veränderungen in den letzten Jahren das Grundgesetz vor neue Herausforderungen stellt. Aber auch im Eifer des Gefechts sollte nicht vergessen werden, dass das Grundgesetz zentrale Grundwerte als Orientierung gibt: Freiheit und Demokratie. Doch bei aller Freiheit müssen Anstand und Vernunft bewahrt bleiben, denn ohne die gelingt keine demokratische Debatte und kein friedliches Zusammenleben. 

Da die freiheitliche Demokratie kein geschenkter und gegebener Zustand ist, und alle Staatsgewalt vom Volke ausgeht, spiegelt das Grundgesetz einen Gesellschaftsvertrag wider, welches ein Versprechen zwischen den Bürger/innen dieses Landes ist. Somit liegt es in unserer bürgerlichen Pflicht Verantwortung zu übernehmen und uns nicht zurückzuziehen. Denn Zusammenhalt lässt sich nicht verordnen. Nur wer zusammenhält kann gemeinsam eine friedliche Zukunft gestalten und auf neue Herausforderungen gemeinsam Antworten finden. Aus diesem Grund ist es wichtig zu überlegen, welchen Beitrag jeder Einzelne von uns für die Gesellschaft leisten kann. 

Anlässlich des 71. Geburtstages des Grundgesetzes ruft der Verband engagierte Zivilgesellschaft in NRW e.V. alle Mitgliedsvereine dazu auf, durch eine aktive Teilnahme an der Gesellschaft die Werte unseres Grundgesetztes zu schützen und mit Leben zu füllen.  Die Arbeit an Einigkeit und Recht und Freiheit ist anstrengend und die Demokratie wurde hart erarbeitet. Sie ist somit kein Geschenk und kein Zustand – und der Einsatz dafür ist dennoch so unerlässlich wie erfüllend. 

Mit freundlichen Grüßen 

Ihr VEZ NRW Team

 

Verband engagierte Zivilgesellschaft in NRW e.V.

Der „Verband engagierte Zivilgesellschaft in NRW e.V.” (VEZ NRW) ist ein Verband für Vereine in Nordrhein-Westfalen, die sich in den Bereichen Kultur, Bildung und Soziales engagieren. Gemeinsam mit den Mitgliedsvereinen möchte der VEZ NRW durch zivilgesellschaftliche Projekte Lösungsansätze für gesellschaftliche, sozio-kulturelle, und humanitäre Herausforderungen entwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt der Verbandsaktivitäten liegt in der Förderung des ehrenamtlichen Engagements.

Im Juni 2014 ist der VEZ NRW durch die Zusammenarbeit von acht gemeinnützigen Gründungsmitgliedern initiiert worden. Die von der Hizmet-Bewegung inspirierten Gründer möchten ihren Mitgliedsvereinen, die sich in unterschiedlichen Bereichen engagieren, durch Vernetzung und Kooperationen Synergien verschaffen und zu ihrer Entwicklung beitragen. Ziel ist es, durch die Zusammenarbeit die gemeinnützigen Arbeiten bestmöglich zu gestalten. Aktuell zählt der Verband 65 Mitgliedsvereine.