Liebe Verbandsmitglieder,

die Bundestagswahlen stehen bevor. In diesem Jahr ist es für die Bürgerinnen und Bürger des Landes Nordrhein-Westfalen schon die zweite, für manche türkeistämmige Bürgerinnen und Bürger sogar die dritte Wahl. In NRW leben die meisten Deutsch-Türken/Deutsche mit türkischer Migrationsgeschichte. Insofern ist NRW in dieser Betrachtung besonders aussagekräftig.

Die Landtagswahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland, sowie das türkische Referendum haben nochmals verdeutlicht, wie es um die Partizipation und das politische Bewusstsein der türkeistämmigen Bevölkerung bestellt ist. Die Ergebnisse haben verdeutlicht, dass viele Bürgerinnen und Bürger sich an den Wahlen erst gar nicht beteiligt haben. Für viele ist es ein akutes Problem, dass sie sich nicht mehr von den etablierten Parteien vertreten fühlen, oder dass sie die Politiker nicht kennen, die sie im Parlament vertreten sollen.

Auch die starke Befürwortung vieler Deutsch-Türken in NRW des türkischen Referendums zu Gunsten von Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sorgte in Deutschland für Irritation. Wie kann es sein, dass die in Deutschland lebenden Türken sich stärker mit dem türkischen Staatspräsidenten und seinen Vertretern in Deutschland identifizieren, als mit den deutschen Parteien und den deutschen Kandidaten?

Wir vom Verband Engagierte Zivilgesellschaft in NRW e.V. (kurz VEZ NRW) beschäftigen uns mit dieser wichtigen Frage und wollen mit diesem Projekt einen Beitrag zur politischen Bewusstseinsbildung und Partizipation an der gelebten Demokratie leisten. Dazu haben wir als Dachverband gemeinsam mit unseren 64 lokalen Partnervereinen ein Konzept erstellt. Wir wollen mit „Bundestagswahl 2017 – Triff Deinen Kandidaten!“ die Wähler mit den Bundestagsanwärtern zusammenbringen und einen konstruktiven Diskurs ermöglichen.

Wir glauben, dass man sich nur dann mit politischen Vertretern identifizieren kann, wenn man diese persönlich kennt. Wir sind fest davon überzeugt, dass ein Treffen mit den Kandidaten der Parteien dazu führt, dass sich mehr türkeistämmige Bürgerinnen und Bürger für die Bundestagswahlen interessieren und ihr Wahlrecht in Anspruch nehmen.

Darüber hinaus empfehlen wir ihnen, sich an Wahlveranstaltungen zu beteiligen und gemeinsame Veranstaltungen in den eigenen Räumlichkeiten zu organisieren. Dies darf keineswegs als Parteipropaganda gedeutet werden. Es sollte ein Ziel sein, die Kandidatinnen und Kandidaten aus den eigenen Wahlkreisen zu kennen und ihre Pläne für den Wahlkreis sowie ihre bundespolitischen Ziele zu verstehen. Nur so kann man authentisch wählen. Wir dürfen nicht vergessen, dass eine hohe Wahlbeteiligung Zeichen einer stabilen Demokratie ist.

Bei der Suche nach ähnlichen Initiativen, an die wir uns anlehnen bzw. mit denen wir kooperieren können, sind wir auf die Initiative „80 Prozent für Deutschland“ der FA.Z.- für mehr Wahlbeteiligung gestoßen.

Genau wie die „Initiative 80 Prozent für Deutschland“ wollen wir auch Menschen – nicht nur Erstwähler – motivieren, ihre Interessen zu vertreten und ihre Zukunft in die Hand zu nehmen. Und das Einfachste ist, wählen zu gehen. Es hat sich in den letzten Monaten immer wieder gezeigt, dass Demokratie und der Erhalt demokratischer Grundwerte nicht selbstverständlich sind. Daher sollten wir aktiv für sie eintreten und unser Recht auf freie Wahlen wahrnehmen. Auch wenn die einzelne Stimme sich scheinbar nicht im Ergebnis wiederfindet – alle gemeinsam können wir viel erreichen. Auch 80 Prozent Wahlbeteiligung für Deutschland.

Deshalb bitten wir unsere Mitglieder um Unterstützung bei diesen Aktionen auch in den sozialen Medien.

Nähere Informationen erhalten Sie auf der Seite:

https://www.80prozentfuerdeutschland.de/

 

Auch der Bund Deutscher Dialog Institutionen hat eine ähliche Kampagne gestartet: