Pressemitteilung Düsseldorf, 09.09.2019

Der islamische Monat Muharram, Aschura-Tag und Kerbela

„Jeder Tag ist Aschura und jeder Ort ist Kerbela [1]“ ein Leitgedanke, den Muslime aufrechterhalten, um an das Gute und an das Böse im Leben zu erinnern und ihr eigenes Leben und Umfeld dementsprechend zu gestalten. 

Auch wenn die Ereignisse, die zu dieser Erkenntnis führten, einmalig in der Geschichte sind, stehen sie durch ihren Symbolcharakter stellvertretend bis in unsere Zeit, in der Gutes aber auch Tyrannei und Böses existieren.

Was geschah am Aschura-Tag und in “Kerbala”?

An diesem Schicksalsdatum gedenken Muslime vor allem an das traurige Ereignis in Kerbela, wo Hüseyin, der Enkel des Propheten Mohammad (fsm), und etwa siebzig seiner Gefährten, einer riesigen Armee des Tyrannen Yezid [2] gegenüber standen. Dieser wollte sich seine eigene Herrschaft durch den Tod der Nachfahren des Propheten (fsm) sichern. So wurden die engsten Verwandten des Propheten (fsm), darunter viele Frauen und Kinder, zunächst in die heiße Wüste getrieben, geschwächt und letztendlich brutal ermordet.

Gleichzeitig ist der 10. Tag des Monat Muharram der Aschura Tag, an dem als Dank traditionell die Süßspeise Aschura an Freunde und Verwandte verteilt wird. Nach Überlieferungen zufolge geschahen an diesem Tag Ereignisse, die einen Wendepunkt im Leben vieler Propheten darstellen. Vom Propheten Adam, dessen Reue an diesem Tag angenommen wurde, bis zum Propheten Jonas, der sich mit Gottes Hilfe aus dem Bauch des Wals retten konnte.

Insbesondere soll die Süßspeise an die Gläubigen in der Arche Noah erinnern, deren Mahl, vor der Landung auf dem Berg Dschudi, am 10. Muharrem, aus der Mischung der restlichen Lebensmittel zusammengesetzt waren und mit Gottes Hilfe für alle reichte. Der feste Glaube an die Barmherzigkeit Gottes und niemals die Hoffnung aufzugeben, begleiten die Gläubigen in diesem Monat.

Gerne möchten wir an Muharram, unsere Alevitischen FreundInnen, in tiefer Trauer um Ehlibeyt [3], eine besinnliche Fastenzeit wünschen. Sie gedenken u.a. an die 12 Imame, besonders an den Imam Hüseyin und seine Gefolgschaft, die durch ihren Einsatz für Werte, Gerechtigkeit und Freiheit, zu unvergesslichen Vorbildern wurden.

Möge Gott alle Gebete und den Trauer annehmen und über die Reflexion dieser Ereignisse, die Sinnhaftigkeit unserer Handlungen stets überprüfen.

[1] Kerbela bedeutet auf Assyrisch „der unheilvolle Ort“. Diese Stadt liegt in der Wüste, etwa 100 Kilometer südöstlich von der irakischen Hauptstadt Bagdad entfernt.

[2] Yezid ist der damalige Herrscher der Umayyaden. In der gesamten islamischen Welt, sei es unter Aleviten, Sunniten, oder Schiiten wird Yezid für seine Taten von Kerbela verflucht.

[3] Ehlibeyt: Direkte Nachfahren des Propheten Mohammed (fsm)

Verband engagierte Zivilgesellschaft in NRW e.V.

Der „Verband engagierte Zivilgesellschaft in NRW e.V.” (VEZ NRW) ist ein Verband für Vereine in Nordrhein-Westfalen, die sich in den Bereichen Kultur, Bildung und Soziales engagieren. Gemeinsam mit den Mitgliedsvereinen möchte der VEZ NRW durch zivilgesellschaftliche Projekte Lösungsansätze für gesellschaftliche, sozio-kulturelle, und humanitäre Herausforderungen entwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt der Verbandsaktivitäten liegt im Bildungsbereich.

Im Juni 2014 ist der VEZ NRW durch die Zusammenarbeit von acht gemeinnützigen Gründungsmitgliedern initiiert worden. Die von der Hizmet-Bewegung inspirierten Gründer möchten ihren Mitgliedsvereinen, die sich in unterschiedlichen Bereichen engagieren, durch Vernetzung und Kooperationen Synergien verschaffen und zu ihrer Entwicklung beitragen. Ziel ist es, durch die Zusammenarbeit die gemeinnützigen Arbeiten bestmöglich zu gestalten. Aktuell zählt der Verband 61 Mitgliedsvereine.