Am 24. Mai geht der Ramadan zu Ende – die Fastenzeit im Islam. Dem neunten Monat nach dem islamischen Mondkalender kommt eine besondere Stellung zu: Die Hingabe zu Gott und die der Begegnung mit den Mitmenschen. Von der Morgendämmerung an verzichteten Muslime/innen sowohl auf Speisen als auch auf Getränke und brachen nach Sonnenuntergang das Fasten mit einem gemeinsamen Abendessen. 

Nun endet dieser gesegnete Monat. Muslime/innen weltweit feiern vom 24. Mai bis zum 26. Mai das Ramadan-Fest. Nach einem Monat Verzicht, freuen sich Muslime/innen auf Gottes Vergebung und drücken ihre Dankbarkeit aus. Dankbarkeit, in vielerlei Hinsicht: für die Nahrung, für die Familie oder für die Gesundheit. Der Ramadan lehrt daher jeden auf individuelle Weise und gilt immer wieder als ein besonderer Monat voller Spiritualität.

Wie der gesamte Fastenmonat ist auch das dazugehörige Fest eine Zeit, in der Muslime/innen viel beten und sich auf Gott besinnen. Es gilt die guten Erkenntnisse und Eigenschaften, die die Gläubigen sich in der Fastenzeit aneignen konnten, nach der Fastenzeit beizubehalten.

Man versucht, Gutes zu tun und sich nicht von irdischen Dingen ablenken zu lassen. Muslime/innen, die verstritten sind, nutzen die Gelegenheit des Ramadan-Fests, um sich zu vertragen. Feindschaften werden begraben und Freundschaften werden bekräftigt. Das dreitätige Fest wird von vielen Muslime/innen mit der Familie, den Bekannten und Freunden gefeiert. Besonders freuen sich Kinder auf dieses Fest, denn Ihnen wird viel Aufmerksamkeit zuteil und sie werden beschenkt. Kleine Geschenke und viel Süßes warten auf sie. Daher kommt auch der populäre Name „Zuckerfest“.

Der Verband engagierte Zivilgesellschaft in NRW e.V. (VEZ NRW) startete in den letzten Jahren zum Fastenmonat Ramadan die Aktion „ramadan-nrw“ mit dem Ziel, Brücken des Dialogs, der Verständigung und der Freundschaft aufzubauen und zu vertiefen. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte diese Aktion in diesem Jahr leider nicht stattfinden. Auch konnten gemeinschaftliche Koranlesungen, gemeinsame Fastenbrechen oder gemeinsame Terawih-Gebete nicht verrichtet werden.

Die Corona-Pandemie stellt uns als Gesellschaft vor eine ernste Herausforderung. Viele Muslime/innen sind kreativ mit der Situation umgegangen. Der verbindende Charakter des Ramadans wurde auf neue Weise gelebt. Denn in Zeiten wie diesen ist Zusammenhalt und Solidarität unsere tragende Kraft. Mit den Kampagnen #HizmetIstEngagement und #GutesWirkt wurde den an vielen Orten realisierten Projekten eine Stimme gegeben. Eine Vielzahl an Solidaritätsaktivitäten wurden durgeführt. Viele Koranlesungen fanden online statt. Gemeinsame Tee-Abende und viele weitere Aktionen wurden in digitaler Form durchgeführt.

Die Corona Krise hat uns gezeigt, wie wertvoll menschliches Miteinander und zivilgesellschaftlicher Zusammenhalt sind. Die Basis für eine tiefe Freundschaft der Muslime/innen mit der Mehrheitsgesellschaft wurde gestärkt.

Der Verband engagierte Zivilgesellschaft in NRW e.V. wünscht allen Muslime/innen ein frohes, gesegnetes Ramadan-Fest und einen besinnlichen Bayram.

 

Bayramınız mübarek olsun! Eid mubārak!

 

Herzliche Grüße!

Genc Osman Esen

Vorstandsvorsitzender