VEZ-NRW e.V.

Internationaler Frauentag 2021 – Frauen in der Corona-Krise: systemrelevant und unterbezahlt

Pressemitteilung Köln 07.03.2021

Die Corona-Pandemie hat uns vieles vor Augen geführt. Insbesondere welche Leistungen Frauen auf der ganzen Welt erbringen und welche Verantwortung sie in dieser Pandemie tragen.  Frauen sind zum weitaus größten Teil diejenigen, die unser Land momentan am Laufen halten, weil sie in systemrelevanten Berufen, als Pflegekräfte in den Krankenhäusern und Pflegeheimen und im Lebensmitteleinzelhandel arbeiten. Dazu übernehmen Frauen auch größere Verantwortung zu Hause, indem sie versuchen während der Schul- und Kitaschließungen die Kinderbetreuung, das Homeschooling und das Homeoffice unter einen Hut zu kriegen. Anlässlich des Internationalen Frauentags am 08.03.2021 möchte der Verband engagierte Zivilgesellschaft in NRW e.V. (VEZ) allen Powerfrauen, Krisenmanagerinnen, Superheldinnen, Supergirls und Wonderwomen für ihren Beitrag zur Bekämpfung dieser Krise aufrichtig Danke sagen.

Bereits vor über 100 Jahren agierten Frauen auf Internationalem Terrain miteinander und schlossen sich zu Netzwerken zusammen, um gemeinsam für ihre Rechte zu kämpfen als auch gesellschaftliche Herausforderungen anzunehmen und zu bekämpfen. Aus diesem Grund erinnert der Weltfrauentag daran, was Frauen zusammen bisher erreicht haben und wo es immer noch Handlungsbedarf gibt.

Trotz der bisher hart erkämpften Errungenschaften zeigt der am Freitag (05.03.2021) veröffentlichte EU-Jahresbericht zur Gleichstellung der Geschlechter, dass die Pandemie die bestehenden Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern verschärft habe:

  • Während des erstens Lockdowns stieg die Zahl der Meldungen häuslicher Gewalt. Die Dunkelziffer wird höher eingeschätzt.
  • Frauen in systemrelevanten Berufen (Gesundheitswesen und Sozialfürsorge) haben mit Arbeitsbelastungen, Gesundheitsrisiken und Schwierigkeiten bei der Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben zu kämpfen.
  • Auch hat der Lockdown erhebliche Auswirkungen auf unbezahlte Betreuungs- und Pflegearbeit und die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Insbesondere in diesem Aspekt ist ein Rückgang in die traditionellen Geschlechterrollen bemerkbar.
  • Frauen waren in den Entscheidungsprozessen in der Pandemie in den neu geschaffenen Gremien zur Krisenbekämpfung kaum vertreten. So waren beispielsweise in den nationalen COVID-19-Taskforces in 87 Ländern (davon 17 EU-Mitgliedsstaaten) 85,2% Männer vertreten.

Die Ergebnisse des EU-Berichts zur Gleichstellung der Geschlechter verdeutlichen, dass neue Maßnahmen zur Stärkung des Gleichstellungsgrundsatzes im Mittelpunkt der politischen und zivilgesellschaftlichen Agenda stehen müssen. Frauen müssen in den Führungspositionen besser vertreten sein. Die vollständige und wirksame Beteiligung von Frauen am öffentlichen Leben und an Entscheidungsprozessen insbesondere in der Corona-Pandemie ist auch das Motto der diesjährigen 65. Frauenrechtskommission der Vereinten Nationen (CSW 65: Women In Public Life- Equal Participation in Decision-Making). Fortschritte, die in der Vergangenheit hart erkämpft wurden, können wieder rückläufig werden, wie in dem EU-Bericht verdeutlicht wird. Aus diesem Grund ist es um so wichtiger, die Gleichstellung zu fördern und dafür zu sorgen, dass Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt befähigt werden, sich an der Gestaltung von Demokratie, Gerechtigkeit, Frieden und Sicherheit zu beteiligen. Weiterhin sollte sich die Zivilgesellschaft für eine geschlechtergerechte Zukunft bemühen und nicht zulassen, dass diese Fortschritte in Bezug auf Gleichstellung der Geschlechter zurückgenommen werden.

 

Weltfrauentag am 8. März: Online-Veranstaltungen unserer Mitgliedsvereine in NRW:

Anlässlich des Internationalen Frauentages möchten wir uns auch ganz herzlich bei unseren Mitgliedsvereinen bedanken, die jedes Jahr im Rahmen des Weltfrauentags zahlreiche Veranstaltungen und Aktionen organisieren, diesen Tag gemeinsam mit lokalen Partnern feiern, sich vernetzen und die Gesamtgesellschaft für diese Thematik sensibilisieren.

Wegen des anhaltenden Lockdowns sind in diesem Jahr Online-Angebote in Form von Seminaren, Workshops, Videokampagnen und Vortragsreihen in ganz NRW geplant. In der unten aufgeführten Liste finden Sie die verschiedenen Online-Angebote, die von unseren Mitgliedsvereinen in den kommenden Wochen geplant sind. Per Online-Anmeldung können Sie an den zahlreichen Online-Veranstaltungen teilnehmen und mit Frauen und Mädchen in ganz NRW diesen besonderen Tag feiern.

  • 07.03.2021: „Frauen in Deutschland- Arbeitsrecht und Politik“: Kunst und Bildungsforum Bonn-Rhein-Sieg e.V., 16:00 Uhr per Zoom (Anmeldung unter: info@kubifo.de)
  • 07.03.2021:Weltfrauentag: Erzähle uns deine Geschichte: Die Geschichte einer Frau, wie Sie die Nachkriegszeit überlebt hat”: Bonner-Bildungs-Center, 18:00 Uhr per Zoom (Anmeldung unter: info@bbc-bonn.de)
  • 08.03.2021: „Erzähle uns deine Geschichte: Frauen aus verschiedenen Ländern erzählen ihre Flucht-, Integrations- und Migrationsgeschichte“: Vera Frauennetzwerk Köln, 14:00 Uhr per Zoom, (Anmeldung unter info@vera-ev.com)
  • 08.03.2021: „Online-Seminar: Vertreibung, Flucht und Integration“: Internationaler Bildungs- und Umweltverein e.V., 17:00 Uhr per Zoom (Anmeldung unter: info@ibuv-hamm.de)
  • 08.03.2021: „Online Veranstaltung: Musik & Traumreise & Entspannung“: Westfälisches Bildungs- und Kulturzentrum e.V., 17:00-19:00 Uhr per Zoom (Anmeldung unter: greven@webikul.de)
  • 08.03.2021:Emanzipation der Frau in Deutschland- Gesprächsrunde mit anschließendem musikalischen Beitrag“: WiKult e.V. Paderborn, 19:00 Uhr per Zoom (Anmeldung unter: info@wikult.com)
  • 08.03.2021: „Die Frauen in den abrahamitischen Religionen“: Initiative Teilnahme und Dialog & House of One, 19:00 Uhr per Zoom (Anmeldung unter: teilhabedialog@gmail.com)
  • 08.03.2021: Videokampagne: Welche Bedeutung hat der Internationale Frauentag für dich? Sophia e.V.; Jeder kann eine Sprachmemo, ein kurzes Video oder ein Foto mit einer Nachricht zu der Fragestellung „Welche Bedeutung hat der Weltfrauentag für dich?“ zuschicken. (Einreichung bis zum 08.03.2021 an: info@sophia-plattform.de)
  • 11.03.2021: „Besuch des Frauenhauses in Leverkusen“: Frauenplattform des Leverkusener-Bildungs-Center e.V., um 11:00 Uhr (Anmeldung unter: info@levbc.de)
  • 11.03.2021 Digitales Teegespräch mit dem Kölner Frauengeschichtsverein“ um 19:00 Uhr, TDAB e.V. Anmeldung unter frauenplattfoem@tdab.de
  • 12.03.2021: „EBRU-Malerei”: Gemeinsam für Herne e.V., 18:00-20:00 Uhr (Anmeldung unter: y.pazar@gfherne.de)
  • 12.03.2021: „Erfolgsgeschichten von Frauen: Frauen in Deutschland“: Initiative Teilhabe und Dialog, 19 Uhr per Zoom (Anmeldung unter: teilhabedialog@gmail.com)
  • 13.03.2021: „Makramee für junge Mädchen ab 10 Jahren”: Gemeinsam für Herne e.V., 14:00-15:00 Uhr (Anmeldung unter y.pazar@gfherne.de)
  • 13.03.2021: „Was brauchen Frauen in der Corona-Zeit?“: Eltern-Leser und Interkulturelle Förderung e.V., 17:30-19:00 Uhr per Zoom (Anmeldung bis zum 11.03.2021 unter: veranstaltung@elif-ev.de)
  • 16.03.2021: „Erfolgreiche Frauen: interview mit Nicole Schneidmüller-Gaiser“: Volme Kulturforum e.V., 19:00-20:00 Uhr per Zoom (Anmeldung unter: info@volme-kf.de)
  • 20.03.2021: „Acrylmalerei für junge Mädchen von 10-15 Jahren“: Gemeinsam für Herne e.V., 14:00-15:00 Uhr (Anmeldung unter y.pazar@gfherne.de)
  • 21.03.2021: „Nordic Walking für Anfängerinnen“: Gemeinsam für Herne e.V., 15:00- 16:30 Uhr (Anmeldung unter: y.pazar@gfherne.de)
  • 24.03.2021: „Vortragsreihe: Gott der Frauen: Fern von Höllenfurcht und Himmelshoffnung: Das Ideal der Gottesverbundenheit in der Auffassung der frühzeitlichem“: Interkultureller Dialog e.V., 19:00 Uhr per Zoom (Anmeldung unter: erdmann@ikult.com)
  • Videokampagne: Frauen in der Corona-Pandemie: Volme Kulturforum e.V. Hagen (info@volme-kf.de)
  • Foto- und Videokampagne: Die Frau in der Corona-Pandemie: Leseclub Ruhr e.V. (info@leseclub-ruhr.de)

 

Verband engagierte Zivilgesellschaft in NRW e.V.

Der „Verband engagierte Zivilgesellschaft in NRW e.V.” (VEZ NRW) ist ein Verband für Vereine in Nordrhein-Westfalen, die sich in den Bereichen Kultur, Bildung und Soziales engagieren. Gemeinsam mit den Mitgliedsvereinen möchte der VEZ NRW durch zivilgesellschaftliche Projekte Lösungsansätze für gesellschaftliche, sozio-kulturelle, und humanitäre Herausforderungen entwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt der Verbandsaktivitäten liegt in der Förderung des ehrenamtlichen Engagements.

Im Juni 2014 ist der VEZ NRW durch die Zusammenarbeit von acht gemeinnützigen Gründungsmitgliedern initiiert worden. Die von der Hizmet-Bewegung inspirierten Gründer möchten ihren Mitgliedsvereinen, die sich in unterschiedlichen Bereichen engagieren, durch Vernetzung und Kooperationen Synergien verschaffen und zu ihrer Entwicklung beitragen. Ziel ist es, durch die Zusammenarbeit die gemeinnützigen Arbeiten bestmöglich zu gestalten. Aktuell zählt der Verband 65 Mitgliedsvereine.