Pressemitteilung der Gülen-Bewegung in NRW bezüglich der jüngsten Anfeindungen durch Präsident Erdogan gegenüber Deutschland und der EU

 

++ Nach Nazi-Vorwürfen und Drohungen: Gemeinsam für Demokratie einstehen ++

Mit seinen andauernden Anfeindungen gegenüber Deutschland, den Niederlanden und der EU sorgt der türkische Präsident Erdogan seit Wochen für Unmut und polarisiert auch in Deutschland die Bevölkerung. Er wirft dem deutschen Staat und Kanzlerin Merkel wörtlich „Nazi-Methoden“ vor, weil Auftritte von türkischen Regierungsvertretern mehrfach verhindert wurden. Auch sprach Erdogan jüngst schwammige Drohungen aus, die die Sicherheit der Europäer betreffen. Insbesondere die deutsch-türkische Gemeinschaft in Deutschland wird unwillentlich in diesen Konflikt hineingezogen, da es sowohl Befürworter als auch Gegner der Politik Erdogans gibt.

Der Vorstandsvorsitzende des Verbands engagierte Zivilgesellschaft in NRW e.V. (VEZ NRW), Genç Osman Esen, fordert in dieser Debatte zu Sachlichkeit auf und lehnt jegliche Übertragung innertürkischer Konflikte nach Deutschland ab. „Seit vielen Jahren leben Menschen mit türkischen und deutschen Wurzeln in Freundschaft zusammen und werden dies auch noch in der Zukunft tun, sofern das Gemeinschaftsleben nicht durch die destruktive Polemik ausländischer Regierungsvertreter vergiftet wird“, so Esen. Der Verband lehnt jede Form von Aussagen in aller Schärfe ab, die die freiheitliche und demokratische Ordnung sowie das Zusammenleben von Menschen unterschiedlichster Couleur in Deutschland angreifen.

Dabei geht es den Vertretern des VEZ NRW um eine aufrichtige und integere Haltung zur deutschen Verfassung und den damit verbundenen demokratischen Werten. Der VEZ NRW und ihre Mitgliedervereine gestalten proaktiv Angebote für eine bunte Gesellschaft und sehen keinen Konflikt zwischen der deutschen und türkischen Bevölkerung. Esen erläutert: „Wir befürchten, dass eine feindselige Haltung gegenüber Europa und Deutschland künstlich erzeugt werden soll zum Zwecke innerpolitischer Machtbestrebungen seitens türkischer Regierungsvertreter.“ Der Verband distanziert sich daher von jeglichen Nazi-Vergleichen und verurteilt Andeutungen bezüglich einer möglichen Gefährdung der Bevölkerung.

Hanife Tosun, Vorstandmitglied im VEZ NRW, sagt: „Wir leiden unter diesen Polarisierungen und sind über die jüngsten Aussagen bestürzt. Wenn Erdogan den Europäern droht, dann droht er damit auch den hier lebenden Menschen mit türkischer Herkunft. Denn auch sie sind Teil Deutschlands und Europas.“

Der Verband hofft, dass die Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen, insbesondere die mit türkischer Herkunft, sich nicht für die Zwecke ausländischer Parteipolitiken instrumentalisieren lassen. Mehr denn je sei es heute notwendig, gemeinsam für die demokratischen Werte des friedfertigen Zusammenlebens und der gegenseitigen Achtung einzustehen, so Esen.

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Über den Verband engagierte Zivilgesellschaft in NRW e.V.

Der „Verband engagierte Zivilgesellschaft in NRW e.V.” (VEZ NRW) ist ein Verband für Vereine in Nordrhein-Westfalen, die sich in den Bereichen Kultur, Bildung und Soziales engagieren. Gemeinsam mit den Mitgliedsvereinen möchte der VEZ NRW durch zivilgesellschaftliche Projekte Lösungsansätze für gesellschaftliche, sozio-kulturelle, und humanitäre Herausforderungen entwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt der Verbandsaktivitäten liegt im Bildungsbereich.

Im Juni 2014 ist der VEZ NRW durch die Zusammenarbeit von acht gemeinnützigen Gründungsmitgliedern initiiert worden. Die von der Hizmet-Bewegung (auch bekannt als Gülen-Bewegung) inspirierten Gründer möchten ihren Mitgliedsvereinen, die sich in unterschiedlichen Bereichen engagieren, durch Vernetzung und Kooperationen Synergien verschaffen und zu ihrer Entwicklung beitragen. Ziel ist es, durch die Zusammenarbeit die gemeinnützigen Arbeiten bestmöglich zu gestalten. Aktuell zählt der Verband 67 Mitgliedsvereine.