Seit mittlerweile 108 Jahren wird der Internationale Frauentag weltweit gefeiert.

In dieser langen Zeit hat sich zwar einiges in der gesellschaftlichen Rolle der Frau getan, jedoch wird dieser Tag verständlicherweise von vielen als Anlass genommen um auf die bestehenden globalen Nöte und Sorgen aufmerksam zu machen.

Heute ist es in Europa kaum vorstellbar, dass Frauen die Bewilligung des Ehemanns einholen müssten um ein eigenes Bankkonto zu eröffnen oder gar die Erlaubnis bräuchten um arbeiten zu können. Nichtsdestotrotz leben wir in einem Jahrtausend wo Frauen immer noch der Gewalt, Unterdrückung, Zwangsheirat, Frauenhandel und vielen weiteren menschenunwürdigen Umständen ausgeliefert sind.

Im vergangenen Jahr haben Politikerinnen in Deutschland folgende Forderungen ausgesprochen:

  • Veränderungen der bestehenden Machtverhältnisse
  • gleiche Gestaltungsrechte für Frauen und Männer: eine partnerschaftliche Aufteilung von Erwerbs- und Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern
  • Gehaltsunterschiede aufheben und Rente für Frauen erhöhen
  • Frauenanteil in Parlamenten steigern
  • sexuelle Selbstbestimmung: Paragraf 219a, der Werbung für Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe stellt, abschaffen

Für viele Frauen weltweit könnten diese Forderungen als „luxuriöse“ Ansprüche gelten. In zahlreichen afrikanischen Ländern bekommen acht von zehn arbeitenden Frauen garkeinen Lohn, würden sich diese Frauen über einen Gender Pay Gap Gedanken machen?

Könnten sich in der heutigen Türkei, wo über 17.000 Frauen unrechtmäßig inhaftiert sind, sich über Gleichberechtigung und gesellschaftliche Teilhabe äußern? Im Jahre 2017 wurden 140.000 Fälle von physischer und psychischer Gewalt in Deutschland registriert. An jedem 3. Tag wird eine Frau in Deutschland durch partnerschaftliche Gewalt umgebracht.

Haben wir wirklich immer noch einen Grund den Internationalen Weltfrauentag zu feiern?

Wir als Verband Engagierte Zivilgesellschaft in NRW denken schon!

Die Frauenrechte unterstreichen die Prinzipien der Universalität und Unteilbarkeit aller Menschenrechte. Menschenrechte können stets nur in ihrer Gesamtheit verwirklicht werden. Jegliches Engagement, jeder Dienst und jede Bemühung sich für Frauen- und Menschenrechte einzusetzen ist eine ehrenvolle Aufgabe. Wir als Verband bedanken uns bei allen Mitgliedsvereinen die uns auf diesem Wege unterstützen.

Auch wenn noch viel zu tun ist, sehen wir, dass schon viel getan wurde. Auch wenn der erwünschte Erfolg noch nicht da ist, wissen wir, dass Erfolg nicht nur eine Errungenschaft ist wenn sie Vollkommen ist, so bleibt der Weg immer das Ziel…

Azize Göz
Vorstandsmitglied, Sprecherin der Frauenplattform

 

Verband engagierte Zivilgesellschaft in NRW e.V.

Der „Verband engagierte Zivilgesellschaft in NRW e.V.” (VEZ NRW) ist ein Verband für Vereine in Nordrhein-Westfalen, die sich in den Bereichen Kultur, Bildung und Soziales engagieren. Gemeinsam mit den Mitgliedsvereinen möchte der VEZ NRW durch zivilgesellschaftliche Projekte Lösungsansätze für gesellschaftliche, sozio-kulturelle, und humanitäre Herausforderungen entwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt der Verbandsaktivitäten liegt in der Förderung des ehrenamtlichen Engagements.

Im Juni 2014 ist der VEZ NRW durch die Zusammenarbeit von acht gemeinnützigen Gründungsmitgliedern initiiert worden. Die von der Hizmet-Bewegung inspirierten Gründer möchten ihren Mitgliedsvereinen, die sich in unterschiedlichen Bereichen engagieren, durch Vernetzung und Kooperationen Synergien verschaffen und zu ihrer Entwicklung beitragen. Ziel ist es, durch die Zusammenarbeit die gemeinnützigen Arbeiten bestmöglich zu gestalten. Aktuell zählt der Verband 63 Mitgliedsvereine.