Pressemitteilung – Düsseldorf, 20.11.2017

Die Vereinten Nationen  begehen den Weltkindertag am 20. November als Internationalen Tag der Kinderrechte, dem Jahrestag, an dem die UN-Vollversammlung die Kinderrechtskonvention von 1989 verabschiedete.

Ein wichtiges Datum – vor allem auch zum gegenwärtigen Zeitpunkt.

Denn: Kinder sollten uns allen wichtig sein, Ihnen sollen und müssen wir alle Liebe und Fürsorge angedeihen lassen. Aber gerade Ihnen wird noch immer an so vielen Orten dieser Welt so viel Leid angetan.

An einem Tag wie diesem, dem „Internationalen Tag der Kinderrechte“, müssen wir uns bewusst machen, dass es noch immer Tausende von Kindern gibt, denen es nicht vergönnt ist, in Geborgenheit und Sicherheit, beschützt und umsorgt ihre Kindheit zu verleben. Es darf nicht hingenommen werden, dass es noch immer in so vielen Ländern dieser Erde Kinder schwerste Arbeit unter unzumutbaren Bedingungen verrichten müssen. Und oft ist es so, dass die Familien dieser bedauernswerten Kinder ohne deren Arbeit und den ohnehin sehr geringen Verdienst gar nicht überleben könnten. Ganz zu schweigen davon, dass diese armen Wesen/Geschöpfe oft auch Missbrauch ausgesetzt sind, dass Verbrecher auf diese Weise mit ihnen ihren finsteren Geschäften nachgehen. Schuld an solchen furchtbaren Missständen sind in erster Linie die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse in diesen Ländern – und damit die dafür verantwortlichen, die sich oft ihrerseits die Taschen füllen mit Geldern aus Dunkeln Machenschaften, Korruption und Unterschlagung.

In vielen Staaten ist auch das Problem der Kinderarmut eine beklemmende Tatsache. Die immer größer werdende Kluft zwischen Arm und Reich führt dazu, dass immer mehr Familien und die von dieser Entwicklung besonders betroffenen Kinder zu Armutsopfern werden. Oft fehlt es am nötigsten: Nahrung, Kleidung, einer menschenwürdigen Unterkunft, an Gesundheitsfürsorge.

In Ansätzen betreffen Teilaspekte heute sogar auch sogenannte „wohlhabende“ Länder! Täglich finden Kongresse, Tagungen, Meetings statt, bei denen die „Großen dieser Welt“ zusammenkommen: beraten, Beschlüsse fassen, die Zukunft planen.

Wir alle müssen initiativ werden unsere Stimme erheben, damit endlich das Leid der Kinder dieser Welt auf der Agenda erscheint. Wir dürfen nicht aufhören, dies mit allem Nachdruck immer wieder einzufordern.

Gleichzeitig müsste ein jeder dort, wo er lebt, arbeitet, seine Familie hat, für die Rechte aller Kinder eintreten und sich engagieren. Denken wir alle immer daran: die Kinder sind unser aller Zukunft.

Besonders beschämend ist es aber, dass in einem Land, dass sich selbst als „zivilisiert“, „liberal“, „demokratisch“ und „fortschrittlich“ bezeichnet, Kleinkinder, Kinder und Heranwachsende in großer Zahl sogar für eine zumal unbestimmte Zeit in Gefängnissen leben müssen.

In der Türkei sind Tausende von Frauen mit ihren Babys oder Kleinkindern in Haft genommen worden und leben nun schon seit Wochen, oft Monaten hinter Gefängnismauern und -gittern. Hinzu kommt, dass auch die vorgebrachten Beschuldigungen nichts anderes sind als Pauschal- und Vorverurteilungen. Aber vor allem geschieht hier Menschenverachtendes, ein nicht wieder gutzumachendes Unrecht.

Womit will man so etwas rechtfertigen?

Es gibt doch eine Verfassung in diesem Land!

Gibt es keine Garantie für die selbstverständlichsten Grundrechte der Bürger?

Gibt es keine humane Justiz?

Werden einfachste Erwartungen an Menschlichkeit und Gerechtigkeit nicht mehr erfüllt?

Es sind keine politischen, weltanschaulichen, religiösen, juristischen Argumente vorstellbar, die auch nur im Ansatz ein solches Vorgehen rechtfertigen könnten. Wir alle, alle Menschen überall müssen aufstehen, laut und vernehmlich Protest einlegen, ihre Empörung heraus schreien:

Schluss mit diesem Wahnsinn

Diese Aufforderung, aktiv zu werden, gilt für Politiker, politische Institutionen, Person jeder Profession, jeder Glaubenseinstellung überall auf der Welt. Machen wir den für diese Gewaltakte in der Türkei Verantwortlichen folgendes ganz deutlich:

Jeder Staat hat das Recht, ja sogar die Pflicht, für die Sicherheit und Unversehrtheit seine Bürger und Bürgerinnen Sorge zu tragen. Er hat auch das Recht, dazu alle notwendigen und angemessenen Maßnahmen zur ergreifen. 

Es gilt dabei aber:

  • Kein Staat das Recht, die Grundrechte seiner Bürgerinnen und Bürger zu missachten
  • Kein Staat hat das Recht Gewalt und Willkür walten zu lassen
  • Kein Staat darf also diese Grund- und Menschenrechte aus reiner Willkür oder im Zuge von Machtmissbrauch beziehungsweise als Form der bloßen Machtdemonstration außer Kraft setzen
  • Jeder Staat hat die besondere Aufgabe, Schutz und Sicherheit derer zu gewährleisten, die dieser Schützer in besonderer Weise bedürfen

 


Verband engagierte Zivilgesellschaft in NRW e.V.

Der „Verband engagierte Zivilgesellschaft in NRW e.V.” (VEZ NRW) ist ein Verband für Vereine in Nordrhein-Westfalen, die sich in den Bereichen Kultur, Bildung und Soziales engagieren. Gemeinsam mit den Mitgliedsvereinen möchte der VEZ NRW durch zivilgesellschaftliche Projekte Lösungsansätze für gesellschaftliche, sozio-kulturelle, und humanitäre Herausforderungen entwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt der Verbandsaktivitäten liegt im Bildungsbereich.

Im Juni 2014 ist der VEZ NRW durch die Zusammenarbeit von acht gemeinnützigen Gründungsmitgliedern initiiert worden. Die von der Hizmet-Bewegung inspirierten Gründer möchten ihren Mitgliedsvereinen, die sich in unterschiedlichen Bereichen engagieren, durch Vernetzung und Kooperationen Synergien verschaffen und zu ihrer Entwicklung beitragen. Ziel ist es, durch die Zusammenarbeit die gemeinnützigen Arbeiten bestmöglich zu gestalten. Aktuell zählt der Verband 67 Mitgliedsvereine.

 

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