Tag der Nachbarn am 24. Mai 2019
Morgen ist „Tag der Nachbarn“ – Aus Nachbarn werden Freunde

Zum Tag der Nachbarn am 24. Mai rufen das Bundesfamilienministerium und die nebenan.de Stiftung Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Kindertagesstätten, Schulen, Mehrgenerationenhäuser sowie lokale Geschäfte und Cafés dazu auf, bundesweit Nachbarschaftsfeste zu organisieren.

Der Aktionstag soll dazu beitragen, Menschen zusammenzubringen, die sich sonst nur flüchtig im Hausflur oder auf der Straße begegnen. Gleichzeitig setzt der Tag der Nachbarn ein Zeichen gegen Vereinsamung und für ein nachbarschaftliches Miteinander in der Gesellschaft. Menschen aus dem gleichen Viertel veranstalten zusammen kleine oder große Feste, lernen sich besser kennen und wirken so der zunehmenden Anonymisierung der Nachbarschaft entgegen.

Der VEZ NRW möchte einen Beitrag zur Schaffung einer lebenswerteren Nachbarschaft leisten. In diesem Sinne empfehlen und motivieren wir unsere 64 Mitgliedsvereine Einladungen zu entsprechen, an Veranstaltungen teilzunehmen, aber auch selber interkulturelle- und interreligiöse Veranstaltungen zu organisieren.

Wir nehmen unser Projekt ramadan-nrw zum Anlass um Nachbarn einzuladen und das offene Miteinander im lokalen Umfeld zu fördern. Wir unterstützen damit das brückenbauende Engagement der nebenan.de Stiftung, denn die Nachbarschaftspflege gehört auch zu den moralischen und religiösen Pflichten von Muslimen.

Wie alle Religionen legt der Islam besonderen Wert auf die zwischenmenschlichen Beziehungen und stellt insbesondere Regeln für die Beziehungen mit den Nachbarn auf. Der Mensch lebt in einem sozialen Umfeld, in Gesellschaft, und der Islam legt großen Wert darauf, dass sich Muslime für den Gesellschaftlichen Zusammenhalt einsetzen.

Muslime tragen in diesem Rahmen nicht nur Verantwortung für sich selbst und ihre Angehörigen, sondern auch für den Umgang und die Kommunikation mit ihren Nachbarn.

Gott spricht im Koran: „…und erweist den Eltern Wohltaten auf beste Weise, sowie den Verwandten, den Waisen, den Bedürftigen, den Nachbarn, die euch nahe stehen (als Angehörige, als Mitbewohner oder im Glauben) und den Nachbarn, die euch fern sind (also weder mit euch verwandt sind noch den Glauben mit euch teilen), dem Gefährten an eurer Seite (unterwegs, innerhalb der Familie, am Arbeitsplatz und so weiter)…“ [1]

Der Prophet (Friede sei mit Ihm) beschreibt unsere Verantwortung gegenüber unseren Nachbarn in acht Punkten:

1. Sie zu besuchen, wenn sie krank sind
2. Bei ihrer Bestattung anwesend zu sein
3. Ihnen Geld zu leihen, wenn sie darum bitten
4. In ihrer Not Ihnen zu helfen
5. Ihnen zu gratulieren, wenn ihnen etwas Gutes widerfährt
6. Sie zu trösten, wenn ein Unglück sie trifft
7. sein Haus nicht zu hoch zu bauen, so dass man damit den Wind
(die Sonne und die Sicht) des Nachbarn hindert
8. die Nachbarn nicht merken zu lassen, was zu Hause gekocht wird. Und wenn man das doch tut, ihnen hiervon zu geben. [2]

Weiterhin gibt Er (Friede sei mit Ihm) uns Menschen einen Rat um über Freundschaft und Nachbarschaft Gottgefälligkeit zu erlangen:

“Der beste Freund ist für Gott der, der seinen Freund am besten behandelt. Und der beste Nachbar ist der, der seinen Nachbarn am besten behandelt.” und fordert uns indirekt auf, gute Nachbarn zu sein. [3]

Quellen:

[1] Ali Ünal – Der Koran, Sure 4 Vers 36, Seite 231
[2] Madschmaʿ az-Zawāid, VIII, 168-170.
[3] Dārimī, Siyer, 3.